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WM 2026

WM 2026: Diese neuen Regeln gelten ab dem Eröffnungsspiel

Die WM 2026 startet mit neuen Spielregeln: Der VAR darf bei Eckbällen eingreifen, Einwürfe und Abstösse haben fünf Sekunden, Wechsel zehn. Alle IFAB-Änderungen im Überblick.

Von Die Redaktion 14. Mai 2026

April 6, 2019 - Leverkusen, Germany - A referee seen looking at the VAR during the Bundesliga match between Bayer 04 Leverkusen and RB Leipzig at BayArena. (Credit Image: © Osama Faisal/SOPA Images via ZUMA Wire) Foto: Zuma Press via SmartFrame

Vier Wochen vor dem Eröffnungsspiel der Fussball-WM 2026 in Mexiko-Stadt ist klar: Die FIFA schickt das Turnier mit gleich mehreren Regelneuerungen ins Rennen. Das International Football Association Board (IFAB), zuständig für die Spielregeln, hat im Februar 2026 ein Paket beschlossen, das vor allem den Videobeweis erweitert und das Zeitspiel eindämmen soll. Wir ordnen ein, was sich ändert - und was das für die 104 Spiele in den USA, Kanada und Mexiko bedeutet.

Was das IFAB beschlossen hat - und warum jetzt

Die jährliche Hauptversammlung des IFAB tagte am 28. Februar 2026 im walisischen Hensol Castle. Anwesend waren die vier britischen Verbände und die FIFA - jeder mit Stimmrechten gewichtet, eine Änderung braucht eine Drei-Viertel-Mehrheit. Anlass für das relativ umfangreiche Paket: Die Klub-WM 2025 hatte Datenpunkte zum Zeitspiel und zur VAR-Praxis geliefert; die FIFA wollte für die Heim-WM in Nordamerika klare Verschärfungen.

Die Neuerungen treten mit dem WM-Start am 11. Juni 2026 in Kraft. Für Bundesliga, Premier League und Co. greifen sie zur Saison 2026/27.

VAR wird erweitert: Eckbälle und Zweite Gelbe

Bisher durfte der Video-Schiedsrichter nur bei vier Sachverhalten eingreifen - Tor, Elfmeter, Rote Karte, Spielerverwechslung. Das wird jetzt vorsichtig ausgedehnt:

  • Eckbälle und Abstösse: Der VAR darf melden, wenn der Schiedsrichter einen Eckball gibt, der eigentlich Abstoss sein müsste (oder umgekehrt). Verbände dürfen selbst entscheiden, ob sie diese Option nutzen. Bei der WM 2026 ist sie aktiv.
  • Zweite Gelbe vor der Roten: Wenn ein Spieler nach zweimal Gelb vom Platz fliegt, darf der VAR prüfen, ob die zweite Gelbe korrekt war - die erste Verwarnung bleibt unantastbar. Das soll falsche Platzverweise verhindern, ohne den Schiedsrichter zu entmachten.
  • Falsche Verwarnung: Erwischt der Schiri den Falschen mit einer Gelben Karte, kann der VAR jederzeit korrigieren.

Bewusst nicht ausgeweitet hat das IFAB den VAR auf Fouls im Vorlauf einer Aktion oder auf strittige Schwalben in der Mitte des Spiels. Die Schwelle für ein Eingreifen bleibt das klare und offensichtliche Fehlurteil.

Fünf Sekunden bei Einwurf und Abstoss

Der erste Block soll die Spieldauer hochhalten:

  • Bei Einwürfen und Abstössen beginnt nach Pfiff des Schiedsrichters ein Fünf-Sekunden-Countdown. Wer nicht innerhalb dieser Zeit ausführt, verliert den Ballbesitz. Wann der Schiedsrichter startet, liegt in seinem Ermessen.
  • Die Acht-Sekunden-Regel für den Torhüter bei Ballbesitz bleibt unverändert. Sie war ohnehin schon scharf gestellt - inzwischen löst sie eine Ecke gegen das verteidigende Team aus, wenn der Keeper zu lange den Ball hält.

Beide Vorgaben haben dasselbe Ziel: Effektive Spielzeit erhöhen. Bei der Klub-WM 2025 lag sie laut FIFA-Auswertung im Schnitt unter 55 Minuten - zu wenig für ein TV-Produkt, das auf den US-Markt zugeschnitten sein soll.

Zehn-Sekunden-Wechsel und die neue Behandlungspause

Auch die Wechselsituationen werden enger getaktet:

  • Spielerwechsel müssen innerhalb von zehn Sekunden nach Anzeige der Nummerntafel abgeschlossen sein. Wer trödelt, sitzt mindestens eine Minute oder bis zur nächsten Spielunterbrechung auf der Bank. Damit sollen taktische Verzögerungswechsel kurz vor Schluss unattraktiver werden.
  • Behandlungspause: Spieler, die auf dem Platz medizinisch versorgt werden, müssen anschliessend mindestens eine Minute vom Feld - dürfen aber während des laufenden Spiels zurück (Ausnahme: Foul mit Karte oder Behandlung des Torhüters). Das ist eine Lockerung gegenüber dem alten “Mindestens eine Minute UND bis zur nächsten Unterbrechung”, soll aber Schauspielerei kosten lassen.

Für die WM 2026 mit ihren 104 Spielen - 72 Gruppenspiele und 32 K.-o.-Partien - dürfte das Aussortieren von Sekundenraubern spürbar Tempo bringen. Vor allem in den K.-o.-Runden, wo Auswechslungen oft strategisch eingesetzt werden.

Abgedeckter Schmuck darf bleiben

Eine kleine, aber populäre Änderung: Spieler dürfen jetzt abgeklebten Schmuck tragen, sofern er keine Verletzungsgefahr darstellt. Bislang war jeder Ring, jede Kette pauschal verboten - in der Praxis wurde das aber kaum geprüft. Die neue Regel formalisiert eine Grauzone und überlässt dem Schiedsrichter die Einzelfallentscheidung.

Was das fürs Turnier bedeutet

Drei Trends zeichnen sich ab:

  • Mehr effektive Spielzeit durch das Fünf-Sekunden-Limit, Zehn-Sekunden-Wechsel und die neue Behandlungspause - das war erklärtes Ziel der FIFA.
  • Weniger umstrittene Eckenpaarungen: Der VAR-Check beim Eckball-Abstoss-Tausch wird bei einem Turnier mit vielen jungen Schiedsrichtern für Diskussionen sorgen, dürfte aber krasse Fehler verhindern.
  • Frische Robustheit bei Verwarnungen: Wer mit Gelb-Rot vom Platz fliegt, hat eine Sicherheitsleine - das nimmt etwas Schärfe aus emotionalen Phasen.

Was bleibt: Der Modus selbst - 48 Mannschaften, 12 Gruppen, anschliessend Sechzehntelfinale ab 27. Juni - ist von den IFAB-Beschlüssen nicht betroffen. Die Format-Änderungen sind bereits 2023 beschlossen worden und werden in unserer Modus-Erklärung im Detail aufgeschlüsselt. Den kompletten Spielplan mit allen 104 Partien und MESZ-Anstössen gibt es ebenfalls in voller Länge.

Häufige Fragen zu den WM-2026-Regeländerungen

Welche neuen Regeln gelten bei der WM 2026? Das IFAB hat im Februar 2026 mehrere Regeländerungen beschlossen, die zur WM 2026 in Kraft treten: VAR-Einsatz bei Eckbällen und Zweite-Gelbe-Roten, eine Fünf-Sekunden-Vorgabe für Einwürfe und Abstösse, ein Zehn-Sekunden-Limit für Spielerwechsel und eine Eine-Minute-Auszeit für behandelte Spieler.

Wann wurden die WM-Regeländerungen beschlossen? Die Jahrestagung des International Football Association Board fand am 28. Februar 2026 im walisischen Hensol Castle statt. Dort wurden die Änderungen einstimmig angenommen, anwendbar mit dem Eröffnungsspiel der WM am 11. Juni 2026.

Greift der VAR ab der WM 2026 auch bei Eckbällen ein? Ja, allerdings nur, wenn der Schiedsrichter einen Eckball gibt, der eigentlich Abstoss oder umgekehrt sein müsste. Verbände und Turnierveranstalter dürfen selbst entscheiden, ob sie diese Option nutzen. Bei der WM 2026 ist sie aktiviert.

Was bedeutet die Fünf-Sekunden-Regel bei der WM 2026? Bei Einwürfen und Abstössen müssen die ausführenden Spieler innerhalb von fünf Sekunden den Ball ins Spiel bringen. Wann der Countdown startet, entscheidet der Schiedsrichter. Wer trödelt, verliert den Ballbesitz.

Dürfen Spieler bei der WM 2026 Schmuck tragen? Grundsätzlich nicht - aber das IFAB lässt jetzt zu, dass Schmuck abgeklebt oder unter einem Verband versteckt getragen wird, sofern keine Verletzungsgefahr besteht. Bei der WM 2026 entscheidet der Schiedsrichter im Einzelfall.

Autor

Die Redaktion

fussballweltmeisterschaft.online

Das Redaktionsteam von fussballweltmeisterschaft.online berichtet rund um die Fußball-Weltmeisterschaft - von der WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko über die DFB-Auswahl bis zur WM-Geschichte und den Nationalmannschaften der Welt.

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