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WM 2026

WM-Kader 2026: Frankreich macht den Anfang, FIFA-Frist läuft bis 1. Juni

WM-Kader 2026 im Überblick: FIFA-Frist 1. Juni, 23 bis 26 Spieler pro Nation. Frankreich, Mexiko, Tschechien, Bosnien und Katar haben schon nominiert. Stand 15. Mai 2026.

Von Marco Feldmann 15. Mai 2026

Thomas Tuchel beim englischen Trainingslager in St. George's Park, Burton upon Trent, 24. März 2026. Foto: Alex Young/Every Second Media. Foto: Every Second Media via SmartFrame

Vier Wochen vor dem Anpfiff der WM 2026 in Mexiko-Stadt beginnt das Nominierungs-Karussell. Frankreich hat am Donnerstag als erste der ganz großen Fußball-Nationen einen finalen 26er-Kader vorgestellt, Mexiko, Tschechien und Katar legten zuvor breite Vorauswahllisten vor, Bosnien und Herzegowina war noch früher dran. Bis zum 1. Juni müssen alle 48 Teilnehmer ihre endgültigen Aufgebote bei der FIFA hinterlegt haben - der Countdown zur dritten WM mit 26er-Kadern läuft.

Die FIFA-Regeln im Überblick

Für die WM 2026 gelten dieselben Regeln zur Kadergröße, die schon in Katar 2022 erstmals angewandt wurden: jede Nation darf mindestens 23 und höchstens 26 Spieler nominieren, davon drei Torhüter. Das ist drei Plätze mehr als vor der Pandemie und gibt den Trainern bei einem Turnier mit potenziell acht Spielen (vom Achtelfinale neu in der erweiterten K.-o.-Phase bis ins Finale) erkennbar mehr Spielraum bei Belastungssteuerung und Auswechslungen.

Die FIFA hat zwei harte Stichtage gesetzt:

  • 11. Mai 2026: Abgabe einer vorläufigen Spielerliste mit 35 bis 55 Namen. Aus diesem Pool darf später nachnominiert werden, falls sich ein bereits feststehender Spieler vor dem ersten Gruppenspiel verletzt.
  • 1. Juni 2026: Abgabe des endgültigen Kaders mit 23 bis 26 Spielern. Das ist exakt zehn Tage vor dem Eröffnungsspiel am 11. Juni in Mexiko-Stadt - Details und Spielort dazu im Beitrag zum WM-2026-Eröffnungsspiel.

Was die Größenordnung praktisch bedeutet: drei Torhüter sind verpflichtend, neun bis elf Verteidiger und Mittelfeldspieler sind die Norm, vier bis sechs Stürmer der typische Korridor. Mehr als die Hälfte der Nationen hatte 2022 das volle 26er-Maximum ausgeschöpft - dasselbe Bild zeichnet sich für 2026 ab.

Wer hat schon nominiert (Stand 15. Mai)

Die ersten Bekanntgaben verteilen sich noch über knapp eine Woche und mischen vorläufige mit finalen Listen:

  • Bosnien und Herzegowina (11. Mai, final). Der Playoff-Sieger gegen Italien gehörte zu den Ersten, die den endgültigen Kader meldeten - früh, weil sich die mediale Aufmerksamkeit nach dem Playoff-Drama gegen Italien bündeln liess. Bosnien spielt in Gruppe B gegen Kanada, Katar und die Schweiz.
  • Mexiko (12. Mai, vorläufig, 55 Spieler). Der Co-Gastgeber öffnet den Pool maximal weit, um sich vor der Heim-WM in Gruppe A keine Option zu verbauen. Eröffnungsgegner ist Marokko am 11. Juni im Aztekenstadion.
  • Tschechien (12. Mai, vorläufig, 54 Spieler). Auch Trainer Ivan Hasek lässt sich Zeit und reicht den maximalen Vorpool ein.
  • Katar (12. Mai, vorläufig, 34 Spieler). Asien-Meister Katar geht den umgekehrten Weg und liefert eine deutlich kompaktere Vorauswahl ab.
  • Frankreich (14. Mai, final, 26 Spieler). Erster echter Titelkandidat mit gesetztem Aufgebot - drei Torhüter, neun Verteidiger, fünf Mittelfeldspieler, neun Offensive. Details und die markante Camavinga-Auslassung im Beitrag Frankreichs WM-Kader 2026 unter Deschamps.
  • Südkorea (16. Mai, geplant final). Trainer Hong Myung-bo gibt am Samstag bekannt; Südkorea steht in Gruppe G gegen Spanien, Brasilien und Norwegen.
  • Kanada (29. Mai, geplant final). Der Co-Gastgeber wartet bewusst lange und lässt die MLS-Saison länger laufen.

Die übrigen 41 Nationen sind noch nicht offiziell durch. Erfahrungsgemäss kommen die meisten Bekanntgaben in der letzten Mai-Woche und am 1. Juni selbst - das ist auch das Fenster, in dem Bundestrainer Nagelsmann den DFB-Kader vorstellen dürfte.

Was Frankreichs Kader signalisiert

Didier Deschamps’ Auswahl gibt einen ersten Vorgeschmack auf die taktischen Antworten, die Trainer bei der USA-WM finden müssen. Auffälligstes Merkmal: neun Verteidiger - eine schwerlastige, eher defensiv ausgerichtete Hinterhand. Deschamps begründete das offen mit der Belastung: Hitze in Atlanta, Dallas und Houston, dazu längere Reisewege als gewohnt, machen Auswechslungen in der Defensive zur Pflicht. Real Madrids Eduardo Camavinga fehlt überraschend - ein Zeichen, dass der Bundestrainer auf Erfahrung statt Form setzt. Wer in Frankreichs Aufgebot drin ist und wer rausfiel, dröselt der Beitrag Frankreich WM 2026: Deschamps’ 26er-Kader im Detail auf - das Profil der Mannschaft samt Setztopf 1 steht auf der Frankreich-Teamseite.

Was bis zum 1. Juni noch ansteht

Die kommenden zweieinhalb Wochen entscheiden über die Aufgebote sämtlicher Titelkandidaten. Erwartbar sind in dieser Reihenfolge:

  • 17. - 24. Mai: Spanien, Niederlande, Portugal, Italiens Bezwinger der Quali-Konkurrenz, asiatische Verbände.
  • 25. - 31. Mai: Brasilien (Ancelotti), England (Tuchel), DFB (Nagelsmann), Argentinien (Scaloni), Kroatien.
  • 1. Juni: Deadline. Wer bis dahin nicht meldet, riskiert Sanktionen.

Wegweisend werden dabei die Entscheidungen rund um angeschlagene Stars: Bei Brasilien hängt der Kader an der Form von Vinicius Junior und Endrick - Hintergrund unter Brasilien unter Ancelotti. Bei England hat Tuchel die Aufgabe, Harry Kanes Erbe und Jude Bellinghams Position auf einer Linie zu sortieren - Details auf der England-Teamseite. Beim DFB ist die Nagelsmann-Linie zwischen Erfahrung (Kimmich, Gündogan) und Bayern-Talenten (Musiala, Wirtz) der Hauptstrang. Wann genau das Aufgebot fällt, ist noch offen - der voraussichtliche Korridor liegt zwischen 23. Mai und 1. Juni. Die Deutschland-Teamseite und der komplette WM-Spielplan ordnen jede Bekanntgabe sofort ein.

Wer am Ende mit welchem Kader anreist, entscheidet vier Wochen Vorbereitung mehr als die nominale Stärke. Die WM 2026 mit 48 Teams in 12 Gruppen verlangt mehr Spiele, mehr Reisen und mehr Belastungssteuerung als jede vorherige Endrunde - die 26 Plätze sind kein Luxus, sondern Notwendigkeit.

Häufige Fragen: WM-Kader 2026

Wann müssen die Nationen ihren WM-Kader 2026 bei der FIFA einreichen? Der finale Kader muss bis zum 1. Juni 2026 bei der FIFA eingehen, zehn Tage vor dem Eröffnungsspiel am 11. Juni. Eine vorläufige Liste mit 35 bis 55 Spielern war bereits bis zum 11. Mai 2026 fällig.

Wie viele Spieler darf jede Nation nominieren? Mindestens 23, höchstens 26 Spieler. Drei davon müssen Torhüter sein - dieselbe Regelung wie bei der WM 2022 in Katar.

Welche Nationen haben ihren WM-Kader 2026 schon veröffentlicht? Stand 15. Mai 2026 hat Frankreich als erste Top-Nation den finalen 26er-Kader bestätigt (14. Mai). Bosnien und Herzegowina war am 11. Mai final, Mexiko, Tschechien und Katar haben am 12. Mai vorläufige Listen vorgelegt. Südkorea und Kanada folgen.

Wann nominiert Bundestrainer Nagelsmann den DFB-Kader? Eine offizielle Bekanntgabe steht noch aus. Realistischer Korridor ist die zweite Mai-Hälfte bis spätestens 1. Juni - Deutschland startet am 14. Juni in Houston gegen Curaçao.

Was ist der Unterschied zwischen vorläufigem und finalem Kader? Die vorläufige Liste durfte 35 bis 55 Spieler umfassen (Frist 11. Mai). Daraus wählen die Trainer bis zum 1. Juni das endgültige Aufgebot mit 23 bis 26 Spielern. Aus dem Vorpool darf bei Verletzungen bis zum ersten Spieltag nachgemeldet werden.

Autor

Marco Feldmann

Redakteur Internationaler Fußball

Marco Feldmann hat den Blick auf den Weltfußball: WM-Qualifikation in allen Konföderationen, die 48 WM-2026-Teilnehmer, die Klub-WM und Geheimfavoriten. Bei fussballweltmeisterschaft.online ordnet er ein, wer in Nordamerika für Überraschungen sorgen kann.

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