Manuel Neuer im DFB-Kader für die WM 2026? Was an den Comeback-Gerüchten dran ist
Manuel Neuer WM 2026: Der Ex-Kapitän soll auf der 55er-Liste des DFB stehen. Was Sky, BR und kicker melden, was Nagelsmann sagt - und was eine Rückkehr für Baumann und ter Stegen heißt.
Von Lukas Brandt 15. Mai 2026
Manuel Neuer und die deutsche Nationalmannschaft - das Kapitel galt seit August 2024 als geschlossen. Vier Wochen vor dem WM-Anpfiff am 11. Juni in Mexiko-Stadt taucht der Name des Ex-Kapitäns plötzlich wieder auf. BR24Sport, kicker und Sky berichten übereinstimmend: Neuer soll auf der vorläufigen 55er-Liste stehen, die der DFB am Montag (11. Mai) bei der FIFA eingereicht hat. Bundestrainer Julian Nagelsmann gibt den finalen 26er-Kader am 21. Mai in Frankfurt bekannt - das Zeitfenster für eine spektakuläre Rolle rückwärts ist also klein, aber rein rechnerisch noch offen.
Was Sky, BR und kicker melden
Den Anstoß lieferte der BR. Nach Informationen von BR24Sport steht Neuers Name auf der Vorabliste, die jede Nation bis zum 11. Mai 2026 mit bis zu 55 Namen bei der FIFA hinterlegen musste. Sky und der kicker zogen kurz darauf nach: Demnach hat der DFB mindestens fünf Torhüter gemeldet, neben Neuer auch Stammkeeper Oliver Baumann (TSG Hoffenheim), Rückkehrer Marc-André ter Stegen (FC Barcelona), Alexander Nübel (VfB Stuttgart, leihweise von Bayern), Finn Dahmen (FC Augsburg) und Jonas Urbig (FC Bayern, U-21-Aufrücker).
Die Liste ist nicht öffentlich, der FIFA-Stichtag ist eine reine Verwaltungsfrist: Aus diesem Pool dürfen die Trainer bei Verletzungen bis zum ersten Gruppenspiel nachnominieren. Die endgültige Abgabe der 26er-Liste ist am 1. Juni. Was bedeutet das im Klartext? Neuer auf der 55er-Liste heißt zunächst nur: Nagelsmann hält sich die Option offen, mehr nicht. Wie aus der Hintertür eine echte Tür wird, hängt am 21. Mai.
Was Nagelsmann zur Neuer-Frage sagt - und was Neuer selbst
Öffentlich hat Nagelsmann jede Spekulation bislang vehement zurückgewiesen. Sein Standardsatz, mehrfach wiederholt: “Manu ist zurückgetreten, aus freien Stücken, das hat er mehrfach wiederholt - deswegen ist es gar nicht so sinnvoll, darüber stetig zu diskutieren.” Auch Neuer selbst gibt sich knapp: “Ich habe meine Sachen gesagt und konzentriere mich hier auf den FC Bayern.” Beide kennen die Choreographie - so lange ein Spieler nicht im Trainingslager steht, beantwortet keiner die Frage nach einer Rückkehr mit Ja.
Trotzdem rauscht das Thema in München lauter denn je. Bayern hat am Wochenende das Double geholt, Neuer ist nach Jahren mit Wadenbeinbruch und Schulter-OP körperlich in der vermutlich besten Form seit der Heim-EM. Lothar Matthäus und Sepp Maier haben sich schon öffentlich für ein Comeback ausgesprochen. Und das ZDF-Sportstudio nannte als Vorbild Toni Kroos, dessen Rückkehr vor der EM 2024 ebenfalls als undenkbar galt - bis sie geschah.
Die Tor-Konkurrenz: Baumann, ter Stegen, Nübel, Dahmen, Urbig
Selbst wenn Neuer am 21. Mai im DFB-Kader steht, ist die Nummer eins damit nicht automatisch entschieden. Oliver Baumann ist Stand 15. Mai der gesetzte Stammkeeper - der Hoffenheimer hat in der Qualifikation am meisten gespielt, kassiert wenig billige Tore und passt zu Nagelsmanns Anforderung, mit dem Fuß ruhig aufzubauen. Hinter ihm gilt die Hierarchie als offen: Marc-André ter Stegen kehrt nach seinem Achillessehnenriss zurück, ist aber noch nicht bei voller Spielpraxis; Alexander Nübel hat eine sehr ordentliche Bundesliga-Saison hinter sich, Finn Dahmen und Jonas Urbig komplettieren das Tableau eher als Optionen für die Zukunft.
Ein Neuer-Comeback würde dieses Tableau auf den Kopf stellen. Realistisch ist eher eine politische als eine sportliche Funktion: ein Routinier auf dem Bankplatz, eine Lebensversicherung für den Fall, dass Baumanns Lauf reißt, dazu ein Kapitäns-Backup im Innersten der Mannschaft. Wer dann die Nummer eins zwischen den Pfosten stellt, würde Nagelsmann erst kurz vor dem Auftakt am 14. Juni in Houston entscheiden.
Warum der 21. Mai in Frankfurt zur entscheidenden Stunde wird
Am Donnerstag, den 21. Mai 2026, tritt Nagelsmann am DFB-Campus in Frankfurt vor die Kameras und verkündet seinen vorläufigen WM-Kader - die Liste, mit der das DFB-Team ins Trainingslager nach Herzogenaurach (Start 25. Mai) reist. Aus diesem Pool werden zwei oder drei Spieler bis zum 1. Juni gestrichen, übrig bleiben die 26 Namen für die FIFA. Steht Neuer auf der Bühne nicht in Reihe eins, ist die Geschichte beendet. Steht er drauf, beginnt sie erst richtig.
Eingebettet ist der Termin in einen vollen Vorbereitungsplan: das DFB-Pokalfinale am 23. Mai zwischen Bayern und Stuttgart, das Champions-League-Finale am 30. Mai (Bayern ist beteiligt), das Testspiel gegen die USA am 6. Juni und der WM-Auftakt am 14. Juni gegen Curaçao in Houston. Den kompletten Zeitplan findest du im WM-2026-Spielplan und im Beitrag Wann spielt Deutschland bei der WM 2026?. Die anderen frühen Aufgebote - Frankreich hat am 14. Mai vorgelegt - sind im Beitrag WM-Kader 2026: Frankreich macht den Anfang eingeordnet.
Was ein Comeback für Deutschland bei der WM 2026 bedeuten würde
Sportlich? Ein Restrisiko. Neuer ist am Anpfiff 40 Jahre alt, hat eine schwere OP-Historie und seit fast zwei Jahren kein Pflichtspiel mehr im DFB-Trikot. Wer ihn als Nummer eins ins Turnier schickt, baut auf Erinnerung statt auf Form - und nimmt die Diskussion in Kauf, falls der erste Fehler kommt. Wer ihn als Nummer zwei oder drei mitnimmt, gewinnt Kabinen-Stabilität, opfert aber den Platz eines jüngeren Keepers, der für 2028 und 2030 wichtig wäre.
Erzählerisch? Eine Wucht. Die Geschichte vom Rücktritt-Rückkehrer ist das, was eine deutsche WM braucht, um die mäßige Stimmung nach EM 2024 und Nations-League-Final-Four wegzudrehen. Sie funktioniert allerdings nur dann, wenn sie hält - und ein Comeback, das im Achtelfinale endet, ist die schlechteste Version aller möglichen Geschichten.
Wie Deutschlands Weg durch Gruppe E realistisch aussieht, klären wir laufend. Wer Stand 21. Mai aus dem Bus steigt - die Antwort liegt jetzt bei Nagelsmann. Den Stand des Kaderpuzzles vor der Bekanntgabe findest du im Beitrag DFB-Kader WM 2026: Auf diese Spieler setzt Nagelsmann, die Mannschaft im großen Bogen auf der Seite Deutschland bei der WM 2026.
Häufige Fragen: Manuel Neuer und die WM 2026
Steht Manuel Neuer im DFB-Kader für die WM 2026? Offiziell ist er nicht nominiert. Nach übereinstimmenden Berichten von BR24Sport, kicker und Sky steht sein Name aber auf der vorläufigen 55er-Liste, die der DFB am 11. Mai 2026 bei der FIFA eingereicht hat. Den finalen 26er-Kader verkündet Bundestrainer Julian Nagelsmann am 21. Mai in Frankfurt.
Warum war Neuer eigentlich aus dem DFB-Team zurückgetreten? Manuel Neuer hatte seinen Rücktritt im August 2024 nach der Heim-EM erklärt. Acht Turniere als Stammtorwart ab 2010 waren ihm genug. Eine Rückkehr hatte er seitdem mehrfach öffentlich ausgeschlossen.
Wer ist aktuell die Nummer eins im deutschen Tor? Oliver Baumann von der TSG Hoffenheim. Er hat die meisten Spiele in der WM-Qualifikation bestritten, gilt als ruhend und fehlerarm und ist Stand 15. Mai 2026 Nagelsmanns gesetzter Stammkeeper für das Turnier.
Was sagt Nagelsmann zu den Neuer-Gerüchten? Der Bundestrainer hat eine Rückkehr bislang vehement zurückgewiesen. Sein Standardsatz: “Manu ist zurückgetreten, aus freien Stücken, das hat er mehrfach wiederholt - deswegen ist es gar nicht so sinnvoll, darüber stetig zu diskutieren.” Auch Neuer selbst spricht nur von einer Konzentration auf den FC Bayern.
Wann gibt Nagelsmann den finalen WM-Kader bekannt? Am 21. Mai 2026 in Frankfurt. Bis zum 1. Juni muss der 26-Mann-Endkader bei der FIFA hinterlegt sein. Deutschland startet am 14. Juni in Houston gegen Curaçao in die WM - alle Termine im WM-2026-Spielplan.
Autor
Lukas BrandtRedakteur WM & DFB-Team
Lukas Brandt schreibt seit Jahren über große Turniere und die deutsche Nationalmannschaft. Für fussballweltmeisterschaft.online begleitet er die WM 2026, den DFB-Kader und die K.-o.-Phase mit Vorberichten, Analysen und Spielberichten.